08.10.2009
Fertigstellung des Sicherheitsprojektes „Pistenvorfelderweiterung / Innverlegung
Heute, am 8. Oktober 2009 war es soweit: das Großprojekt „Pistenvorfelderweite-rung/Innverlegung“ konnte nach fristgerechter Fertigstellung feierlich und unter Beisein zahlreicher Prominenz aus Politik und Wirtschaft eingeweiht werden. Der Flughafen Innsbruck hat somit nun auch in punkto Sicherheit den letzten Schritt hinsichtlich internationaler Standards gesetzt.
„Der Flughafen Innsbruck hat sich zu einem internationalen, qualitativ hochwertigen Regionalflug-hafen entwickelt, der nicht nur einen international beachtenswerten Service-Standard für die Pas-sagiere bietet sondern jetzt auch alle internationalen Sicherheitsstandards erfüllt“, zeigt sich Flug-hafendirektor Mag. Reinhold Falch stolz sowohl hinsichtlich der Fertigstellung dieses Großpro-jektes als auch über die sehr positive Entwicklung der letzten Jahre. „Dazu gehört selbstverständ-lich auch, dass die von der Internationale Zivilluftfahrtbehörde geforderten Sicherheitsstandards in Punkto Pistenvorfeld erfüllt werden. Daher freut es mich sehr, dass wir nun das Sicherheitsprojekt Innverlegung erfolgreich, unfallfrei und fristgerecht abschließen konnten.“
„Für mich als Aufsichtsratsvorsitzenden ist es beruhigend zu wissen, dass durch die Schaffung des Pistenvorfeldes das Luftfahrthindernis „Inndamm“ beseitigt wurde und für die Passagiere und Flug-zeugbesatzungen nun ein noch höherer Sicherheitsstandard gewährleistet ist“, zeigt sich auch, der Vorsitzender des Aufsichtsrates der Tiroler Flughafenbetriebsgesellschaft mbH Dr. Elmar Schmid hinsichtlich der Fertigstellung des Projektes erleichtert.
Internationaler Sicherheitsstandard und fristgerechte Fertigstellung
Die Internationale Zivilluftfahrtbehörde (ICAO) schreibt eine so genannte „Runway End Safety Area“ (kurz RESA), also eine Sicherheitsfläche im Anschluss an das jeweilige Pistenende vor. Bei der RESA handelt es sich im Falle Innsbruck um eine 90 m lange und breite Sicherheitsfläche im Anschluss an den 60 m langen Sicherheitsstreifen hinter dem westlichen Pistenende.
Nachdem alle rechtlichen Fragen geklärt waren, konnte im Januar 2008 mit den ersten Baumaß-nahmen im Rahmen der Innverlegung begonnen werden. „Da der Bau nur in der Niedrigwasserpe-riode des Inns erfolgen konnte“, erklärt Projektleiter Prok. Ing. Ewald Dworschak, „dauerte die erste Bauphase bis Mai 2008. Die zweite Bauphase begann Ende September 2008 und bis zum 27. Februar 2009 war es trotz zum Teil widrigster Wetterbedingungen gelungen das hindernisfreie Pistenvorfeld zu schaffen.“
Bis zum Juni dieses Jahres konnten dann auch noch alle ökologischen Ausgleichsmaßnahmen erfolgreich fertig gestellt werden.
Dazu der seitens des Verkehrsministeriums verantwortliche Sektionsleiterstellvertreter MR Dr. Rolf A. Neidhart: „Seitens des Bundesministeriums für Verkehr, Innovation und Technologie möchte ich der Tiroler Flughafenbetriebsgesellschaft herzlich zu der Fertigstellung dieses sehr umfangreichen Bauprojektes gratulieren. Mit der Umsetzung dieses Sicherheitsprojektes hat der Flughafen nun auch in punkto Pistenvorfeld den international geforderten Standard erreicht!“
Ökologische Aufwertung des Inns
Besonders hervorzuheben ist auch die Tatsache, dass das Lebensministerium einen maßgebli-chen Beitrag zur Umsetzung des Projektes geleistet hat. Durch die Innverlegung wurde nicht nur das international geforderte Pistenvorfeld geschaffen, sondern es ist auch eine ökologisch wertvol-le Umgestaltung des Inns und seiner Seitenzubringer gelungen. Neben der Renaturierung der Mündungsbereiche des Völser Gießen und des Axamer Baches wurden der Inn und das Innufer im Baubereich ökologisch aufgewertet.
Die Realisierung des Projekts ist auch auf eine maßgebliche Unterstützung des Lebensministeri-ums zurückzuführen, welches dazu Bundesmittel in der Höhe von fast 3 Millionen Euro investiert hat. "Durch die aus sicherheitstechnischen Gründen notwendig gewordene Innverlegung im Be-reich des Flughafens wurde hier die Chance genützt, aus einem monoton in einem starren Korsett fließenden Inn einen naturnahen, ökologisch anspruchsvollen Fluss zu gestalten“ hebt auch Um-weltminister Niki Berlakovich die große ökologische Bedeutung des Projektes hervor. „Gemein-sam mit der Tiroler Flughafenbetriebsgesellschaft“, so Berlakovich weiter, „konnte ein Naturdenk-mal in Form einer Insel, von Seitenarmen und Überflutungsflächen geschaffen werden, die gleich-zeitig auch der Naherholung dienen können. Den Nutzen haben somit die Menschen, die Wirt-schaft und die Umwelt gleichermaßen.“
Bei der Projektumsetzung wurde auf das Naturdenkmal „Völser Gießen“ in ganz besonderer Art und Weise Rücksicht genommen. Dabei ist neben dem neuen renaturierten Bachverlauf auch eine Insel entstanden, die bald wieder geschützter Rückzugsraum für flusstypische Fauna und Flora wird. So wurden etwa spezielle Nistplätze angelegt, um den seltenen Eisvogel wieder heimisch zu machen. Weiters bediente sich das gesamte Projekt naturnaher Bauweisen, wie dies an den Ufer-befestigungen aus Holz und Weidegeflecht sichtbar wird.
Die enorme Umweltrelevanz dieses Projektes unterstreicht auch Hofrat DI Hubert Steiner von der für den Inn zuständigen Abteilung Wasserwirtschaft des Amtes der Tiroler Landesregierung: „Der Inn erhielt bei diesem Projekt nicht nur ein neues Flussbett, sondern durch verschiedene bauliche Maßnahmen wurden auch signifikante strukturelle und ökologische Verbesserungen erzielt. Insbe-sondere seien hier die Errichtung eines Seitenarms des Inns, die Entstehung einer Insel sowie strömungsberuhigte Zonen am Höttinger Ufer und die nunmehrige Fischpassierbarkeit der ein-mündenden Seitengewässer am Völser Ufer genannt. Die neu entstandenen Wasser- und Uferbe-reiche sowie Begleitwege beidseits des Inns, für die auch Flächen des öffentlichen Wassergutes herangezogen werden konnten, werden von der Bevölkerung gerne als Naherholungsraum ange-nommen. Insgesamt kann ich daher seitens der Bundeswasserbauverwaltung Tirol das Projekt uneingeschränkt als großen Gewinn für den Inn als Lebensraum und die eingesetzten Bundesmit-tel als gute und nachhaltige Investition bezeichnen.“
Hochwertiger Regionalflughafen
„Der Flughafen Innsbruck ist für den Wirtschafts- und Tourismusstandort Tirol unverzichtbar!“ un-terstreicht Tirols Landeshauptmann Günter Platter die enorme wirtschaftliche und verkehrsinf-rastrukturelle Bedeutung des Flughafen Innsbruck. „Mit der Umsetzung dieses Sicherheitsprojek-tes ist die weitere, positive Entwicklung des Flughafens sichergestellt.“
Auch Innsbrucks Bürgermeisterin, Hilde Zach, zollt dem Flughafen Innsbruck großes Lob: „Der Flughafen Innsbruck ist eines der Verkehrs-Herzstücke und von großer Bedeutung für die Landes-hauptstadt Innsbruck sowie für das gesamte Land Tirol. Mit der perfekten Fertigstellung der Pis-tenvorfelderweiterung“, so Zach weiter, „erfüllt er nun alle internationalen Sicherheitsstandards. Die Innverlegung ist auch aus Sicht des Freizeitwertes und der Ökologie ein voller Gewinn für die Menschen und die Natur in Innsbruck.“
Imposante Zahlen, Daten und Fakten:
PISTENVORFELDERWEITERUNG
- Baukosten: Die Gesamtkosten belaufen sich auf rund EUR 10 Millionen, wobei ca. 2,5 Milli-onen auf den erforderlichen Grunderwerb entfallen.
- Bauzeit: Das Projekt wurde in 2 Bauphasen gegliedert, wobei die erste von Jänner ´08 bis Mai ´08 dauerte und die zweite Bauphase von September ´08 bis Juni ´09.
- Material: rund 250.000 m³ Material wurden bewegt
- Flussbausteine: Es wurden insgesamt 40.000 Tonnen Flussbausteine verlegt.
- Begrünung: Ein wichtiger Schritt für die Renaturierung des Inns war die Pflanzung von 5.000 Bäumen und Sträuchern sowie 5.000 Steckhölzern.













